Da wir diverse Server mit MySql betreiben, die recht gut frequentiert sind, spielt die Power der Server eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Komischerweise habe ich die Erfahrung gemacht, dass hier die Opterons aus der 22xx-Serie den Xeon's gnadenlos überlegen sind. Warum das konkret in diesem Fall so ist, lässt sich meinerseits nicht so richtig erklären. Ich vermute aber mal, es hängt mit der Speicheranbindung zusammen, da ja i.d.R. (bei 4 GBytes RAM) der komplette Datenbestand "normaler" MyISAM-Tabellen im Speicher liegt.
Auf jeden Fall war zu beobachten, dass in der rein XEON-basierten Farm von MySql-Servern die Last immer auf recht hohem Niveau war (gemessen mit den üblichen Verdächtigen Utilities wie
atsar,
htop usw.), auch die Slow-Log des Datenbankservers wuchs stetig, obwohl sich Querys ja nicht veränderten, wenngleich natürlich deren Anzahl/sek. stark schwankt (~ 50/sek. vielleicht). Das Setup der Maschinen war ansonsten durchaus gut, im Detail: Dual Xeon's mit 3.2 GHz, mind. 2 GBytes RAM, 3Ware RAID 5 mit 10.000er WD Raptor SATA-Platten. Als OS kam, wie immer, Debian GNU/Linux zum Einsatz. Normalerweise würde man also sagen, die Kisten haben ganz gut Power, um die eine oder andere Abfrage spielend zu bewältigen. Besonders erwähnen möchte ich hier noch, dass die langsamsten Kisten die mit den neuesten CPU's waren, hier Xeon E5310 (Dual-Quadcore, also je 8 Cores zu je 1.6 GHz). Vermutlich kam da der Speicher einfach nicht hinterher, alle Cores entsprechend mit Daten zu bedienen. Oder die Taktfrquenz ist zu gering, so dass die anderen Optimierungen in dieser CPU nichts bringen, ich weiss es nicht. Fakt ist, dass diese Server bei uns mit Abstand die langsamsten waren, was MySql angeht. Inzwischen laufen diese als Webserver, wo sie eine hervorrangende Performance liefern.
Als wieder Neuanschaffungen ins Haus standen, mussten also Alternativen her. Mein freundlicher Händler bot mir nach einem Gespräch einen Dual-Opteron 2210 (also insgesamt 4 Cores mit je 1.8 GHz) an, welchen ich natürlich dankend annahm. Die Konfiguration war ansonsten identisch zu der auf den vorhandenene Xeon-Servern (natürlich entsprechend mit Debian-AMD64), so dass hauptsächlich CPU und Speicheranbindung eine Rolle spielen sollten. Nach 2 Tagen im Test stellte sich heraus, dass dieser Server ca. gleichschnell agierte wie die vorhandenen Xeon's mit 3.2GHz und sogar schneller als die Dual-Quadcores mit 1.6 GHz. Man muss allerdings an dieser Stelle noch erwähnen, dass man pro Server mehr also 1000 EUR in der Anschaffung spart, da die Opterons einfach preiswerter sind.
Für nur ein paar Euro mehr bekommt man allerdings auch den gleichen Server mit Opterons "2216" (sogar als HE-Version, welche besonders energiesparend ist). Dort ist die Performance
deutlich größer als bei den Dual-Xeons, laut mysql-bench teilweise
doppelt so hoch (siehe INSERT, KEY- und SELECT-Ergebnisse weiter unten in den Benchmarks). Das Setup in der der
my.cnf ist hierbei immer fast identisch, ich habe nur
thread_concurrency entsprechend der jeweiligen Server angepasst. Also werden alle neuen Datenbankserver bei uns jetzt mit 2216er oder 2218er (2.6 GHz) Opterons bestückt bzw. die Xeons sogar nach und nach ersetzt und niederen Aufgaben zugewiesen. Ich bin schon sehr gespannt auf die neuen Barcelonas von AMD mit 4 Cores je CPU. Natürlich werde ich dann wieder berichten

Eventuell gebe ich ja auch einem schnellen Xeon mit 3GHz aus der neuen Generation wieder eine Chance ...
Hier noch die entsprechenden Ergebnisse von
mysql-bench:
PS: Dies ist das 100. Posting im Admin-Blog (zumindest was die auto_increment ID der Posting-Tabelle angeht)!