Vorgestern las ich mit Interesse den
Heise-Artikel zu einer XSS-Lücke auf bundesregierung.de, wo Marcell Dietl in
Blog Links zu bundesregierung.de gepostet hatte, auf dem Ex-Rambo Sylvester Stallone mit einem coolen Hemd und dem Spruch "You got STALLOWN3D" zu sehen war (
Link zum Bild). Das war nach dem
Fake-Rücktritt von Angela Merkel bereits die 2. Lücke auf der Website der Bundesregierung. Nunja, dass unsere Regierung nicht nur offenkundige Fehler auf ihrer Website sondern in diversen Bereichen hat, ist ohnehin schon lange klar

Alternativ zu dieser Heise-Meldung hatte ich in einem weiteren Tab meines Firefox noch den Onlineshop eines großen Kaffee- und Schnäppchen/Allesanbieters, nämlich tchibo.de, offen. Eine Skijacke hatte es mir besonders angetan, so dass ich diese gleich einem Familienmitglied per Empfehlung senden wollte. Natürlich gibts diese Funktion beim eingesetzten Shopsystem
Intershop auf tchibo.de zu jedem Produkt als Option. Und natürlich werden dort (leider) die Eingaben nicht ordentlich geprüft, so dass man mit diversen Tags die tollsten Sachen auf der Tchibo-Seite machen kann. Unter Anderem kann man das coole Stallowned-Bild dort einbinden (siehe Screenshot) und Texte hinterlegen (hier:
XSS ist plöt!). Das sind wahrscheinlich noch die harmlosesten Varianten, mit I-Frames und externen Javascripts kann man noch viel mehr machen, vielleicht sogar unerfahrene User zur Eingabe ihrer Kreditkartennummern usw. bewegen, wenn man massenhaft Spams mit diesen manipulierten Links raushaut. Wie einfach das geht, und dass es dort in dem Formular keinerlei Sicherheitsabfragen gibt, zeigt
dieser Direktlink (keine Ahnung, wie lange der funktionieren wird), der den Nutzer direkt zu der manipulierten Seite bringt - in diesem Fall nur wieder mit dem harmlosen Bild von "Sly"
Natürlich habe ich es nicht bis auf die Spitze getrieben, sondern lieber die Betreiber über den Missstand informiert ... die Kollegen dort sollten also dringend mal die Datei
/home/cvs/cvsroot/tchibo_cvs/dev/share/private/eCS/Store/templates/de/tch_de_recommendation.isml bearbeiten - witzigerweise lässt sich der absolute Pfad zum File im CVS-Repository direkt als Kommentar aus dem Quelltext auslesen (was ja eigentlich nix macht hier an der Stelle).

Da kann man auch sehen, dass die Datei zuletzt am 30.11.07 bearbeitet wurde.
Leider gibt es wahrscheinlich noch tausende von Webseiten, die derartige Lücken aufweisen und sich der Konsequenzen nicht bewusst sind. Spätestens aber wenn die eigene Seite einmal für Phishing oder Ähnliches missbraucht wurde und evtl. sogar deswegen in der Presse auftaucht, werden die kleinen Lücken zu richtigen Problemen. Dabei ist es doch eigentlich recht einfach, dies zu umgehen. Eine einfache Umwandlung oder Entfernung von HTML-Tags in Eingabefeldern behebt dieses Problem beispielsweise sehr effektiv.
Update:
Im Heiseforum war ein weiteres, sehr nettes Beispiel verlinkt:
XSS auf cdu.de - nur mal als Beweis dafür, dass tausende Sites betroffen sind
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