160 GB Plattenplatz sind heute nicht mehr wirklich viel, für eine SSD sind aber größere Kapazitäten immernoch unverschämt teuer. Ein paar HD-Filme, Audiofiles oder dicke RAW's aus der DSRL und die SSD ist voll. Dabei ist es gerade für Fotos oder Filme nicht wirklich relevant, ob diese mit 200MB/sek oder 50 MB/sek gelesen werden können, wenn man sie nur normal anschauen will.
Als ich von der Lösung hörte, eine 2,5" HDD an die Stelle des Superdrive in das MacBook Pro einbauen zu können, musste ich nicht lange überlegen. Denn das ist die ideale Lösung, um das Problem der kleinen SSD umgehen zu können. Das Superdrive war eh fast nie in Verwendung, brennen oder rippen kann ich notfalls ja noch auf mit den Laufwerken aus anderen Rechnern wie dem MacMini.
Nach einiger Recherche im Netz über die sogenannten "OptiBays" war ich erstmal erstaunt, was da für Preise aufgerufen werden. Immerhin ist es eigentlich nur ein Plastik-Teil mit ein wenig Metall ohne eigene Chips oder Programmlogik. Da erschien mir der Preis von 99$ für das
MCE OptiBay (die Referenz der OptiBays) deutlich zu hoch. Irgendwie etwas seltsam, wenn ein Adapter teurer ist als die darin befindlich Platte. Auf eBay gab es auch diverse Angebote, oft empfohlen wird auch das Kit von
hardwrk.com. Letztendlich entschied ich mich aber für ein Kit von
mac-optibay.de, was mit 44,90 EUR inkl. Versand zwar auch noch kein Schnäppchen, aber deutlich günstiger als die Konkurrenz ist. Schließlich braucht man ja auch noch eine Festplatte dazu.
Hier entschied ich mich für eine
WD Scorpio Blue mit 750 GB und 5400 RPM zum Preis von rund 85 EUR bei Amazon. Auf die Geschwindigkeit kam es mir hier nicht so sehr an, wohl aber auf die Lautstärke. Denn mit SSD ist man es nicht mehr gewohnt, bei normaler Nutzung irgendein Geräusch aus seinem MacBook Pro zu hören. Mehr zur Performance der Platte später, denn erstmal ging es natürlich an den Einbau bzw. den Erhalt der bestellten Ware.
Denn mit dem Brief aus den Niederlanden mit dem OptiBay daran gabs bereits die erste Enttäuschung: Das Teil schien offenbar gebraucht zu sein und war einfach nur schlecht verpackt, wie man auf dem Foto sehen kann. Eine Anleitung lag nicht bei, ebenso kein Schraubendreher. Immerhin gab 4 Schrauben zum Einbau der Festplatte dazu, die man aber nicht wirklich braucht. Denn die Platte wird nur "eingesteckt" und dann mit dem beiliegenden Plastikteil fixiert. Normalerweise hätte man das Ganze sofort zurückschicken sollen, denn so eine Lieferung ist schon eine kleine Frechheit. Aber da man das Teil ja anschließend nicht mehr sieht und ich ganz heiss auf den zusätzlichen Speicher war, entschied ich mich für den Einbau. Der Hersteller ist übrigens "Fenvi" aka "Shenzhen Fenvi Electronic Technology Co., Ltd." aus China.
Dank der Anleitungen auf
ifixit.com bzw. des
MCE-Einbauvideos ging der Einbau eigentlich halbwegs gut über die Bühne. Ein wenig unschön ist allerdings die Tatsache, dass man die WLAN-Antenne samt Empfänger-Chip abbauen und ein wenig zur Seite "schieben" muss, aber auch das geht. Ansonsten sind nur einige wenige Schrauben am Superdrive zu entfernen, das Optibay selbst hält nur mit einer Schraube im MacBook Pro. Das ist aber kein Problem, da es ziemlich passgenau ist.
Nach dem anschließenden Neustart funktionierte erfreulicherweise das WLAN noch und auch die neue HDD wurde sofort erkannt. Mit zusätzlichen 750 GB steht nun endlich genug Platz zur Verfügung, die SSD konnte ich direkt entrümpeln und dort wieder 100 GB freimachen. Prinzipiell ist ein Optibay also eine sinnvolle Sache, wenn man mehr Speicher braucht, bei mac-optibay.de sollte man es allerdings vielleicht nicht unbedingt bestellen.
Wichtig ist noch der Hinweis, dass im Normalfall die Garantie erlischt, wenn man derartige Umbauten vornimmt. Allerdings gibt es für Apple wohl kaum eine Möglichkeit, dies nachzuvollziehen, wenn man es ordentlich macht und das Superdrive im Problemfall wieder zurückbaut. Alternativ kann man den Umbau auch bei einem Apple-Partner machen lassen, um die Garantie auf jeden Fall zu behalten.
Auf Wunsch gibts übrigens auch
externe Gehäuse für das Superdrive zum Anschluss via USB 2.0 mit dazu, das habe ich mir aber erspart, da ich wie schon erwähnt das Superdrive nur 2x im Jahr benutze.
Abschließend noch ein paar Worte zur WD Scorpio HDD, von der ich ziemlich angetan bin. Sie ist nahezu unhörbar bei Aktivität, verbraucht wenig Strom und ist dank Advanced Format (was von OS-X ja zum Glück unterstützt wird) mit 750 GB wunderbar groß. Auch die Performance von rund 90 MByte/sec beim Lesen und Schreiben ist mehr als ausreichend für eine 2. HDD im MacBook Pro und für eine 5400er HDD ein ziemlich guter Wert.
Hier noch die Auswertung eines Benchmarks (AJA System Test) bei deaktiviertem Cache:
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