Prozess-Informationen (
ps oder
pstree) und CPU- und Speicherauslastung eines Linux-Systems (
top,
vmstat oder
free) gehören wohl zu den am häufigsten benutzten Kommandos eines Admin, der für Linux-Server verantwortlich ist. In den meisten Fällen schaut man nach einem SSH-Connect ja erstmal, was auf der Maschine so los ist, zu der man sich gerade verbunden hat.
Für mich ist das schon fast eine Obsession, schließlich bin ich Statistik-Fan. Neben dem auf jedem System vorhandenen
top (welches man auch ganz gut
anpassen kann) haben sich mit der Zeit noch ein paar andere Tools in meine tägliche Nutzung eingefügt, die auf keinem Server fehlen.
Klarer Favorit und inzwischen nahezu 100%iger Ersatz für
top ist für mich
htop. Grafisch ansprechender aufbereitet zeigt es die Auslastung der einzelnen CPU-Cores live mit einem Balken an und fühlt sich generell irgendwie moderner an. Ein weiterer Vorteil ist, dass
htop schneller startet als
top, da
top erst einige Daten sammelt. Weitere Unterschiede sind
hier aufgelistet. In Debian und CentOS ist es aus der Distribution problemlos zu installieren.
Das Schweizer Taschenmesser der "Tops" ist aber
atop. Es zeichnet sich vor Allem dadurch aus, dass es deutlich mehr Statistiken und Daten liefert als
top, nämlich z.B. "Disk Utilization" und "Network Utilization" je Prozess. Außerdem loggt
atop periodisch diverse Systemparameter, die sich dann mit dem mitgelieferten Tool
atopsar darstellen lassen. Dafür läuft dann allerdings permanent ein
atop Prozess auf dem System.
Wer keinen eigenen Dienst laufen lassen möchte oder
atop nicht nutzt, die Systemlast aber trotzdem permanent überwachen möchte, kann sich
atsar mal anschauen. Hier wird im Grunde wie bei
atop der Zustand periodisch geloggt und man kann im sich problemlos die Loadavg oder Disk Utilization der letzten Tage anschauen.
Weitere Live-Tools für diverse Anwendungsfälle, die ich häufig sinnvoll einsetze sind zum Beispiel
apachetop, womit sich live sehen lässt, welche Dateien am häufigsten aufgerufen werden, oder
iotop. Mit
iotop kann man schön sehen, was gerade an I/O auf den Platten los ist und welche Prozesse dafür verantwortlich sind.
Zum Schluss noch der Hinweis auf ein "grafisches" Tool auf der Shell, womit sich der Traffic von Netzwerk-Interfaces ziemlich gut darstellen lässt:
nload. Hiermit sieht man recht gut, was gerade an Traffic über ein bestimmtes Interface geht samt Durchschnittswerten.
Natürlich gibt es noch dutzende weiterer Tools. Hinweise oder Tipps in den Kommentaren dazu sind natürlich erwünscht
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