Nachdem mir Vista Business durch massive Arbeitsverweigerung und gähnende Langsamkeit auf diesem Mini-Vaio (im Grunde ein Netbook, nur teurer *g*) massiv auf die Nerven ging, habe ich kurzerhand Vista durch Ubuntu 9.04 ersetzt.
Die Installation ging, wie von Ubuntu gewohnt, einfach und schnell. Als Dateisystem habe ich hier erstmals das neue ext4-Filesystem gewählt. Allerdings konnte ich beim normalen Einsatz keine merklichen Unterschiede feststellen, große Datei- oder Ordnerstrukturen habe ich natürlich nicht. Natürlich (man muss als Linux-Fan sagen:
leider) funktionierte folgende Hardware nicht auf Anhieb nach der Installation: das eingebaute Globetrotter UMTS/HSDPA-Modem, das eingebaute Mikrofon und die Motion-Eye Webcam. Die Cardreader habe ich noch nicht getestet, würde mich allerdings nicht wundern, wenn die auch nicht gingen.
Glücklicherweise wurde immerhin der Draft-N WLAN-Chip erkannt, so dass ich Updates und weitere Pakete via WLAN nachinstallieren konnte. So bekam ich nach einiger Foren-Lektüre die Webcam mit einem Treiber aus
irgendeinem SVN zum laufen. Nach weiterer Lektüre fand ich dann heraus, dass man via in
/sys/devices/platforms/sony-laptop/ befindlicher Files jeweils mit den Werten 0 oder 1 das WLAN, WWAN (UMTS), DVDRW, Bluetooth usw. steuern kann. Das UMTS-Modem aktiviert man dann also via
echo 1 > sys/devices/platforms/sony-laptop/wwanpower. Funktioniert, aber wie bitte soll man denn z.B. als Anfänger darauf kommen? Hier hätte ich mir eine Auto-Detection bzw. Einstellungen dazu im Ubuntu-Kontrollzentrum gewünscht.
Nachdem jetzt die WWAN-Lampe bei mir brennt, konnte die Verbindung ins Netz hergestellt werden. Leider taugte der Gnome-Network-Manager trotz angeblichem UMTS-Support dazu nicht, da er schlicht immer das falsche Modem-Device verwendete (korrekt wäre
/dev/ttyUSB0, er versuchte es immer mit
/dev/ttyUSB1). In Ermangelung eigener Einstellungs-Möglichkeiten testete ich es dann mit
wvdial (funktionierende Config für T-Mobile gibts
hier). Das klappte auch problemlos, allerdings fehlte mir hier ganz klar die Anzeige der Empfangsstärke bzw. des Service (GPRS/EDGE/UMTS/HSDPA), der am Standort anliegt. Außerdem hätte ich eine weitere Lösung finden müssen, um den verbrauchten Traffic zu monitoren.

Dazu fand ich nach einer Weile das ultimative UMTS-Tool für Linux, nämlich
umtsmon. Das Binary funktioniere auch auf anhieb unter Ubuntu und erkannte sogar das Modem (ein Neustart war allerdings nötig, da
wvdial das Modem nicht korrekt freigab). Anbei mal ein Screenshot, denn das Tool lässt quasi keine Wünsche offen. Daran kann sich T-Mobile mit seinem lächerlichen "web'n'walk Manager für Windows" mal ein Beispiel nehmen. Man kann verschiedene Profile verwalten (Für TMO lautet der APN dann "internet.t-mobile"), SMS versenden und sogar eine Warnschwelle für das Kontingent festlegen. Einziger Wermutstropfen ist, dass ich das Programm nur als root zum laufen bekomme. Als normaler User startet startet es zwar, kann dann aber keine PPP-Verbindung aufbauen. Damit kann ich aber leben.
Wenn ich jetzt noch das eingebaute Mikrofon zur Arbeit bewegen kann, könnte ich sogar mit Video von unterwegs aus skypen. Schon toll, über was für Selbstverständlichkeiten man sich als Linux-User doch voller Erwartung freuen kann. Aber dieses "Gefrickel" macht natürlich auch Spaß - mir zumindest. Und für die tägliche Arbeit mit der Bash und einem Browser ist die Ubuntu-Lösung deutlich angenehmer und schneller zu bedienen als das träge Vista Business. Vom gefühlt 5 mal so schnellen Bootvorgang ganz zu schweigen.
Nun habe ich es nach vielen Jahren Linux-Nutzung auf diversen Laptops und PC's tatsächlich getan: Ich bin zu Apple und damit zu OSX in Form von Snow Leopard gewechselt. Mein neues Arbeitsgerät für den täglichen Einsatz ist jetzt ein MacBook Pro 15,4" mit
Aufgenommen: Oct 03, 19:06