Mein Mini-Laptop Sony Vaio TZ31WN ist wirklich praktisch, leicht und gut verarbeitet. Seine Haupteigenschaft war aber bis gestern, dass er nahezu unbenutzbar langsam war. Grund dafür war die Tatsache, dass in dem kleinen Gerät eben nur eine 1,8" Festplatte von Toshiba mit 4200UPM werkelte - Datenraten von um die 10 MB/sec und eine massiv langsame Seektime taten ihr Übriges.

Mit Windows war das Gerät trotz 2GB RAM nahezu unbenutzbar (Vista und Win7 wurden getestet), aber auch mit dem aktuellen Ubuntu 10.04 LTS machte die Arbeit keinen Spaß. Zwar ging der Boot schon etwas schneller als unter Windows, sobald man aber Programme startete, war es aus. So konnte man schonmal nur für den Start von Firefox gefühlt 2 Minuten veranschlagen..
Daher keimte in mir schon länger die Entscheidung, eine SSD einzubauen. Leider war die Auswahl sehr begrenzt, was am Formfaktor und dem benötigten ZIF-Anschluss lag. Im Grunde gab es nur einen einzigen Kandidaten, nämlich die "RunCore 64GB Pro 1,8" 5mm PATA ZIF SSD". Die 64GB Variante kostete stolze 240 EUR. Zu beschaffen war die SSD dann auch nur sehr schwierig, kaum ein Webshop hat dieses spezielle Platte im Angebot. Nach einiger Recherche wurde die Platte dann aber doch auf notebook.de gefunden und bestellt.
Der Einbau war dann ein echtes Highlight. Nachdem ich schon beim
Einbau einer SSD in mein MacBook Pro den Eindruck hatte, dass das relativ umständlich war, grenzte der Einbau in den Vaio an eine äußerst komplexe Operation. Der Gehäuseboden war durch diverse Schrauben gesichert, einige davon sogar unter Plastikabdeckungen, die sich nur schwer lösen ließen. Am schlimmsten war jedoch die Tatsache, dass die Scharniere am Display teils gelöst werden mussten, um die Bodenplatte ganz abzuheben. Nach vielen Versuchen ließ ich dies aber bleiben und begnügte mich mit der "Klapp-Lösung" (siehe Bild) - weiter bekam ich das Gerät einfach nicht geöffnet. Zum Glück ließ sich die alte HDD aber so auch schon halbwegs einfach durch die neue SSD ersetzen. Die ganze Aktion dauerte eine gute Stunde und konnte nur dank der Hilfe eines Kollegen durchgeführt werden.
Glücklicherweise wurde die SSD vom BIOS auch direkt erkannt, so dass ich das Gehäuse endlich wieder schließen konnte. Anschließend wurde Ubuntu 10.04 LTS neu installiert, wobei der Geschwindigkeitsvorteil direkt spürbar wurde. Beim Boot etc. macht sich die SSD ebenso positiv bermerkbar wir beim Öffnen von größeren Programmen (Stichwort: OpenOffice.org). Natürlich kann die kleine SSD hier nicht ansatzweise mit der 2,5" von Intel mithalten, die ich im MacBook verbaut habe (~237MB/sec lesend), mit guten ~76MB/sec (getestet via
dd und
hdparm) und deutlich besseren Zugriffszeiten gegenüber der alten Toshiba-Platte kann man aber mit dem kleinen Vaio jetzt halbwegs vernünftig arbeiten. Jetzt ist der Schwachpunkt eher die Core2Duo Dualcore-CPU mit nur 1,2GHz.