Da mir mein Ubuntu 5.10 auf dem Arbeits-PC seit einiger Zeit stets das Update auf die "6.06 LTS" (LTS = Long Term Support, d.h. Updates gibts für mehrere Jahre) angeboten hatte, klickte ich gestern ohne groß nachzudenken direkt mal auf "aktualisieren". Das war gegen 17 Uhr und kurz vor Feierabend. Die rund 1400 zu erneuernden Pakete zog der Update-Manager gemächlich aus dem Netz, weswegen ich den Rechner anließ und eine Weile später heimging.
Als ich dann heute früh voller Vorfreude auf mein "Dapper Drake" die Monitore wieder anschaltete, sah auf den ersten Blick alles OK aus. Sogar die Icons waren schon neu und Firefox etc. erstrahlten in neuer Version. Komischerweise lief allerdings das Updatetool noch und hing am Paket "pcmcia-cs" fest. Ich hatte keine Chance, irgendwie abbrechen oder so etwas zu klicken. Also töte ich als Root den Update-Prozess. Dass das keine gute Idee war merkte man sofort daran, dass die Tastatur nicht mehr ging. Die Maus hingegen schon noch. Zu dem Zeitpunkt kam ich leider auch nicht auf die gute Idee, via Remote-SSH noch etwas zu retten - das fiel mir vorhin erst ein

Also drückte ich befrustet Reset und ahnte schon, dass das Probleme gibt
Und so war es dann auch, die Kiste (Dell Optiplex GX620 mit P4 HT) blieb einfach hängen. Ganz toll. Also musste ich mir wohl oder übel die aktuelle Ubuntu-ISO download. Das dauerte trotz Standleitung eine Weile, schließlich mache ja nicht nur ich Traffic auf der Leitung

In der Zwischenzeit hatte ich bereits
diverse Leidensgenossen gefunden. Offenbar hing es damit zusammen, dass es Probleme mit dem 2.6.12-smp Ubuntu-Kernel gab. Nachdem der Download fertig und die CD gebrannt war, konnte ich wenigstens in Rescue-System booten. Xorg wollte zwar dort nicht laufen,
aber das war mir egal.
Nachdem ich
dpkg --configure -a und nochmals
apt-get update && apt-get dist-upgrade ausgeführt hatte, machte er endlich weiter. Da kam dann auch der neue Kernel 2.6.15-smp mit runter, wo das Problem wohl nicht mehr auftreten soll. Ein Reboot bestätigte das erfreulicherweise. Als erste Tat deinstallierte ich sämtliche PCMCIA-Pakete, schließlich ist das hier kein Notebook

Komisch, dass die überhaupt mit installiert wurden damals ...
So habe ich nun "Dapper Drake" im Einsatz und finde die neue Optik sehr gelungen.
Leider fällt mir bisher negativ auf, dass z.B. der Löschvorgang einer Datei auf dem Desktop extrem lange dauert (+10 sek). Einen Grund dafür habe ich noch nicht gefunden. Außerdem funktionieren meine Samba-Mounts nicht mehr, was ärgerlich ist. Aber ich bin optimistisch, den Grund noch zu finden

Was ich positiv erwähnen muss ist, der bessere "fglrx"-Treiber/Support für meine Ati-Karte hier. Dual-Head ist nun im verhalten wie unter Windows, denn wenn ich nun ein Fenster maximiere, füllt es genau einen Bildschirm aus - nicht wie vorher 2. Da gestaltet sich das Arbeiten deutlich angenehmer.
Auf einem unserer Server läuft auch Ubuntu, das werde ich mir nächste Woche noch vornehmen ... aber da fliegen alle PCMCIA-Pakete vorher runter, soviel ist sicher